20. Juli 2017 im Kulturkeller Surheim:

Lesung mit Satiriker Werner Fritz
Werner Fritz

Von mir über mich

Geboren und aufgewachsen bin ich in Traunstein, wo ich im Februar 1941 erstmals urkundlich erwähnt werde. Meine Ernährung erfolgte damals zeitbedingt über Lebensmittelmarken und fiel dementsprechend kärglich aus. Mein Bewegungsdrang trug dazu bei, daß ich hager blieb wie eine Dachlatte und daran hat sich bis heute nicht viel geändert.

Mein Vater gründete nach dem Krieg ein Nähmaschinengeschäft, das ich 1971 übernahm. Es ernährte seinen Mann, war aber zum Anhäufen von Reichtümern kaum geeignet. Ich übte dieses Gewerbe bis 2003 aus und ging dann in den Ruhestand.

Erst im Alter von 60 Jahren begann ich zu schreiben, weil ich da die hierfür erforderliche Reife erlangt hatte. Die Neigung zur Satire hatte bei mir schon immer bestanden und wurde noch bestärkt durch intensive Lektüre dieses Genres. Besonders beeindruckte mich damals der Erfolg des israelischen Satirikers Ephraim Kishon, dessen Bücher Millionenauflagen erreichten und in alle Weltsprachen übersetzt wurden.

Als ich ebenfalls Satiren zu schreiben begann, dachte ich, damit in eine Marktlücke zu stoßen. Es stellte sich heraus, daß zwar eine Lücke da war, aber kein Markt. Immerhin habe ich sieben Bücher geschrieben, die bei einem kleinen Kreis von Kennern und Liebhabern des Genres recht gut ankamen, wenn sie sich auch, wie schon mein Berufsleben, zum Anhäufen von Reichtümern als ungeeignet erwiesen.

In einem meiner Bücher, den „Erinnerungen an Traunstein“, schildere ich mit einiger Selbstironie meine Kindheit und Jugend in Traunstein. Zwei Bücher sind längere Erzählungen satirischer Natur. Die restlichen vier sind Sammlungen von kurzen Satiren, enthalten aber auch Episoden aus meinem Leben.

Inzwischen ist mir eines klargeworden: Wie viele Künstler vor mir, werde ich erst nach meinem Ableben Berühmtheit erlangen. Und da interessiert es mich dann nicht mehr.